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Sonntag, 06.08.2006

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Aktuell bin bei http://blog.kairaven.de/ zu finden.

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Samstag, 24.04.2004

Wir brauchen Blog-TV!...

...oder nicht, wenn man bei NeoBushismus in Der Wunsch nach anderen Nachrichten liest, wie der regierungshörige Sender FOX in den Staaten die Leute für dumm verkauft und diese sich für dumm verkaufen lassen. Oder mehr Fernseher mit Internetanbindung, damit sich die Zuschauer direkt - auch über Weblogs - vergewissern können, ob ihnen wieder eine gefärbte Meinungsmache vorgesetzt wird oder nicht. Vielleicht würden darüber einige von passiven TV Potatoes zu aktiven Weblogauthoren. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass hier in D-Land die Ergebnisse anders aussehen würden ;o)

Freitag, 23.04.2004

Anti-Big Brother-Äktschen

In den Kommentaren zum Eintrag Big Brother testet in Belgien wurde die Frage angerissen, wie man dem Desinteresse der Öffentlichkeit bezüglich Themen des Datenschutzes, der Kontrolle und Überwachung entgegenwirkt und wie "künstlerische" Projekte und Aktionen im öffentlichen Raum dazu beitragen könnten, wobei ich mir beim Schreiben dieses Satzes gerade die Frage stelle, ob wirklich ein Desinteresse vorliegt.

Interesse entwickelt man für einen Gegenstand, wenn dieser Gegenstand bekannt ist und wenn er in das Zentrum oder wenigstens in das "Blickfeld" des Bewustseins, der politischen oder gesellschaftlichen Wahrnehmung gerät.
Vieles ist vielen vielleicht einfach nicht bekannt, andere Probleme und Themen, die wiederum in den Medien fokusiert werden, besetzen die Felder der Wahrnehmung, obwohl sie vielleicht auch mit den obigen Themen zu tun haben, aber von den Medien ausgeblendet werden?
Die Kriege befördern zum Beispiel neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Überwachungstechnik, die sozialen Konflikte (Arbeitslosigkeit, Unruhen, aber auch die bevorstehenden Migrationsströme aufgrund sich verschlechternder ökonomischer oder ökologischer Bedingungen, Terrorismus) veranlassen Regierungen über neue, aus ihrer Perspektive "notwendige" Systeme der Kontrolle und Überwachung nachzudenken (automatische und technisierte Grenzsysteme, biometrische Datenbanken, städtische Videoüberwachungsnetzwerke) usw.

Aber um auf die ursprüngliche Frage der Vermittlung und Information zurückzukommen, möchte ich auf ein Projekt hinweisen, das von Leuten und Organisationen rund um den Schweizer Bigbrotheraward alljährlich organisiert wird und den Namen "frühlingsüberwachung" trägt.
Bei der diesjährigen "frühlingsüberwachen" Veranstaltungsreihe finden sich m. M. nach einige gute Aktionen, die wohl auch mit dem Bewustsein des oben angesprochenen Problems noch bis zum 28. April durchgeführt werden.

CCTV
Bild aus der Videoüberwachungskamera Dokumentation

Da fand z. B. eine Lesung/ein Vortrag mit der Autorin und Architektin Elisabeth Blum zu ihrer Essaysammlung "Schöne neue Stadt. Wie der Sicherheitswahn die urbane Welt diszipliniert" statt oder Vorträge und Diskussionen zu RFID, TCPA und polizeilichen Überwachungstechniken.
Besonders gut finde ich die Idee des "Osterkamerasuchens", bei dem quasi ein Stadtrundgang angeboten wird, aber nicht, um touristische Sehenswürdigkeiten zu präsentieren, sondern die verschiedenen Videoüberwachunskameras mit Beschreibung ihres Zwecks, ihrer Funktion und der eingesetzten Technik. Daran angeschlossen ist eine Dokumentation der Kameras mit einer Karte ihrer Standorte, Fotos und genauen Beschreibungen für den Züricher Stadtteil Aussersihl. Allein ein Blick auf die Karte und der Gedanke, dass es vermutlich Hunderte solcher Karten (mit steigender Tendenz) geben müsste, macht sofort das ganze Ausmaß klar, den die Videoüberwachung in den Städten annimmt. Zum Vergleich: In Großbritannien, dem Vorreiter in Sachen Videoüberwachung, sind es mittlerweile über 4.000.000 geschätze Videokameras.
Interessant und richtig finde ich auch den Ansatz der Veranstaltung "Vom Aktionsgenerator zur Ideenschleuder", die sich mit den Möglichkeiten beschäftigt, mit Präsentationen, Performances, Parodien und anderen plastischen und öffentlich stattfindenden Aktionsformen Methoden der Überwachung und Kontrolle bewußt und wahrnehmbar zu machen. Ein "Spassguerilla-Leitfaden", den man daraus erstellen könnte, dürfte auf das Interesse bei Organisationen und Initiativen stoßen, die auch vor Ort praktisch, kreativ oder künstlerisch aktiv werden wollen.

Donnerstag, 22.04.2004

OSINT

Gerade mal eben über 600 MB Filme, PDFs und andere Dokumente weggebrannt. Nein, nicht was Sie denken, keine Filmkopien aus Tauschbörsen und geraubte eBooks, sondern alles OSINT, sprich "Open Source Intelligence". So nennt man in Geheimdienstsprache Informationen und Daten, die aus öffentlich zugänglichen oder ungeschützten Quellen stammen. Nun lagern sie auf der ersten Documents Archiv-CD, dabei habe ich noch wer weiß wieviele MBs auf anderen Archiv-CDs verteilt rumfliegen, die auch mal zusammengefasst werden müssten. Und trotzdem passiert es mir immer wieder, dass ich irgendwann ein Video, eine gesicherte Webpage oder eine PDF brauche, an die ich mich erinnere, die aber mit dem Gedanken "Das brauchst Du doch nicht mehr" gelöscht wurde und so der Sicherung für die Zukunft entgangen ist. Deshalb Antwort auf den Gedanken fest im Hirn verankern: "Doch".

Mittwoch, 21.04.2004

Big Brother testet in Belgien

Warum sollte man Verschlüsselung bei E-Mails und Chats einsetzen und richtige Anonymizer zum Surfen verwenden? Ein "Event", das am 25.04.2004 beginnt, macht die Gründe deutlich.
Ab Montag wird die Abteilung für Computerkriminalität der belgischen Bundespolizei mit dem CTIF ("système central d'interception technique") des Innenministeriums einen Test durchführen, der dem Monitoring des gesamten Internettraffics über ADSL Verbindungen dient. Dazu wird die Soft- und Hardwarelösung NiceTrack der israelischen Firma NICE verwendet, die Überwachungstechniken für den zivilen, militärischen und geheimdienstlichen Bereich entwickelt. NiceTrack entspricht laut Produktinformationen dem europäischen Standard ETSI ES 201-671 und dem amerikanischen CALEA (Communications Assistance for Law Enforcement Act - amerikanisches Pendant zum Telekommunikationsgesetz und der Telekommunikationsüberwachungsverordnung).
ES 201-671 des European Telecommunications Standards Institute (ETSI) ist der europäische Standard, der die Anforderungen an Abhörschnittstellen beschreibt, die von allen Telekommunikationsanbietern installiert werden müssen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Seite ENFOPOL - Das europäische Abhörnetzwerk.

Beim NiceTrack Versuch in Belgien werden an dem Glasfaserbackbone des Providers BELGACOM "Black Boxes" installiert, die für den Testversuch den gesamten Traffic auf den internen Leitungen der Bundespolizei mitsniffen und an einen Zentralrechner weiterleiten werden, wo eine grafische NiceTrack Applikation zur Auswertung und Analyse installiert ist. Vom Prinzip her wird das NiceTrack dem CARNIVORE System des FBI ähnlich sein, dass das FBI zur Überwachung bei ISPs einsetzt. Der Versuch soll klären, inwiefern die NiceTrack Technologie den Strafverfolgungsbehörden Echtzeitdaten zur Verfolgung von "Terroristen, Pädophilen und Kriminellen" liefern kann und auch boomende Kommunikationsformen wie Instant Messaging und VoIP, die besonders von ADSL Usern genutzt werden, erfassen kann. Bei Erfolg des Systems soll es bei den belgischen Internetprovidern zum Einsatz kommen. Da jeder Internet/ADSL User in den wachsamen Augen der Behörden und Dienste potentieller "Terrorist, Pädophiler oder Krimineller" ist, wird in Belgien ein erster Versuch durchgeführt, der die Generalüberwachung testet.

EDRI: Belgian internet users under surveillance
AEL: No Compromise On Privacy News
Belg'atuces: Nicetrack : Le Mouchard Adsl

Big Fish is watching you!


Big Fish
Mein derzeitiges Wallpaper, hier zum Download.

Heute den halben Tag (mal wieder) mit Liferea zugebracht, der (u. a.) bei mir seit Version > 0.4.6 ständig crasht. Heute war Version 0.4.7c an der Reihe und ich wollte mal das Rendering per Mozilla ausprobieren. Leider heißt Mozilla auch Mozilla, sprich, mit dem installierten Firefox war nichts anzufangen. Also Mozilla 1.6b per RPMs installiert, obwohl ich den eigentlich nicht mehr brauche. Na egal.
Bis jetzt läuft Liferea mit dem Mozilla Modul stabil, bis auf mein Sorgenkind Dubium sapientiae initium, den Liferea leider stets in warnendem Rot markiert, klicke ich den Feed an, crasht das Teil wieder. Dann schaue ich eben so ab und zu vorbei, denn Lust, deswegen weiter nachzuforschen, habe ich auch keine mehr. Atom fehlt natürlich auch noch, also bekomme ich außer der Headline nix.
Das direkte Anzeigen der Pages mit Mozilla in Liferea ist aber eine schöne Sache, wenn ich auch nicht verstehe, warum die Proxyeinstellungen nicht übernommen werden - in Mozilla sind sie eingetragen, in Liferea und im Gnome Kontrollcenter, ja wo denn noch, auf dem Mond? Dabei wollte ich mir heute ein paar eigene Jabber Statusbuttons basteln, aber der Tag ist ja noch lang :)

Freitag, 09.04.2004

Status Abwesend für Jabber

So, ich habe jetzt ein paar Jabber Tests, insbesondere unter Berücksichtigung der Verschlüsselung mit GnuPG / PGP und zwischen Linux und Windows Clients durchgeführt und sitze nun an einer Einführung/Anleitung zu Jabber + GPG/PGP, die dann die BetweenUs Anleitung ersetzen wird und vielleicht mit dazu beitragen kann, Jabber mehr bekannt zu machen.

P.S.: Der Fortgang kann auf der Seite Freies & sicheres IM mit Jabber & GnuPG/PGP verfolgt werden. Korrekturen, Anregungen, Kritiken, Informationen sind erwünscht und können an kraven@amessage.info (Jabber), k.raven@freenet.de (Mail) geschickt oder hier im Blog hinterlassen werden. Thx.

Dienstag, 06.04.2004

q/gates Videoüberwachung in Wien!

Lol. Klasse Aktion von quintessenz in Wien zum überbordenden Sicherheits-Antiterror-[Video-]Überwachungswahn. Dort haben die quintessenzler im Rahmen eines "Kunstprojekts" sogenannte "q/gates" eingerichtet, an denen die Besucher mit CCTV-Videokameras erfasst und gesichtsbiometrisch vermessen werden, so ähnlich wie es jetzt überall in der Londoner U-Bahn mit 6000 Kameras geschieht. Wie quintessenz in dem witzigen Text zur Aktion mitteilt: "Wer nichts zu verbergen hat, bekommt seine Privatsphäre [siehe Bild] umgehend automatisch zurückerstattet." Ja, das haben wir, besonders die Deutschen, doch alle nicht, nicht wahr? Mehr Spassguerilla Aktionen mit Informationsgewinn dieser Art! Ich habe gehört, SaU - Seminar für angewandte (Un)sicherheit macht auch solche Sachen. Ich hatte mir auch schon vorgenommen, mehr Texte wie den zum 1. April zu schreiben, aber dann glaubt mir ja kein Mensch mehr ;o)

Tote im Tatort und anderswo

Das ist doch absurd. Da beschweren sich CDU/CSU-Politiker, Horst Tappert (auf wieviele Leichen kommt den 'Derrick' wohl insgesamt, Herr Tappert?) und ausgerechnet die Privatsender, bei denen Gewaltdarstellungen in allen möglichen Formen tägliches Programm sind, über den letzten Tatort, der als Aufhänger der Story Satanismus und Sekten und einen "Body-Count" von 14 Toten hatte, über die vorkommenden Gewalttaten im Tatort und fordern im Sinne des Jugendschutzes strengere Kontrollen im ÖRF, während im Irak aufgeputschte Iraker US-Soldaten lynchen, die israelische Armee Terroristen gleich palästinensische Führer ermordet und US-Truppen mit ihren Apaches als Racheengel Schiieten beschießen. Mal abgesehen davon, dass anscheinend erst die ARD durch einen Tatort das Thema "Sekten und Satanismus" wieder einmal thematisieren muss, wozu die Politik wohl nicht groß in der Lage ist und die Privatsender höchstens mal eine ihrer reißerischen Proloshows oder Boulevardmagazinchen abstellen.

Montag, 05.04.2004

GnuPG Verschlüsselung per Jabber IM

So so, wie man ja weiß, schneiden die US-Geheimdienste mit ihren ECHELON Staubsaugern seit geraumer Zeit Kommunikation per Internet mit, die EU möchte auch alles von den Providern belauscht und mitgespeichert wissen und auch das BKA, der BND oder der Verfassungsschutz fordern dauernd im Einklang mit ihrer politischen Lobby neue Lauschrechte. Aus diesen Gründen hatte ich schon vor einiger Zeit mal eine Anleitung zum Closed Source Windows-IM Client BetweenUs geschrieben, der als einer der ersten auch die Verschlüsselung per PGP bot. BetweenUS gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr, jedenfalls nicht offiziell. Die propietären Verschlüsselungslösungen der verschiedenen Clients sind auch suboptimal, zumal man ständig von den Herstellern und den zentralen Servern abhängig ist. Deshalb war ich schon lange auf der Suche nach einer Lösung, die auf Open Source, offenen, freien Standards und Protokollen basiert, eine gute Verschlüsselungsfunktion bietet und zudem auf allen Plattformen läuft. Über die Beschäftigung mit Jabber bin ich ja zu den Clients gekommen, die auch GnuPG oder PGP einbinden, neben der SSL Verschlüsselung zu den Jabber-Servern. Heute habe ich nun ein paar Versuche mit Lasse gemacht, der PSI und GnuPG unter Windows einsetzt und davon in seinem Eintrag Jabber-Clienten sprechen GnuPG: Verschlüsseltes Instant Messenging berichtet und auch direkt eine Kurzanleitung mitliefert. Ich denke, das die Kombination PSI + GnuPG + Jabberaccount eine sehr gute Lösung für die obigen Anforderungen darstellt. Jetzt wäre noch zu untersuchen, wie sich PSI mit anderen Jabber Clients wie JAJC verhält, die ebenfalls GnuPG oder PGP einbinden und dann kann demnächst die BetweenUs Anleitung durch eine Jabberclient-Jabber-GnuPG Anleitung ersetzt werden. Dann kämen vielleicht noch mehr Leute auf den Gedanken, den Diensten, der EU und dem Innenministerium ein Schnippchen zu schlagen ;)